Silvester im Schnee: 57 Menschen, eine Bucht, ein Jahreswechsel
57 Menschen, ein Strand, ein Jahreswechsel
Am letzten Tag des Jahres 2025 verbreitete sich an Bord der MV Plancius eine Nachricht, auf die alle gewartet hatten: Die Expeditionsleitung bestätigte, dass in dieser Nacht 57 Gäste an Land campen und das neue Jahr in der Antarktis begrüßen würden.
Das Ziel war Dorian Bay — eine kleine Bucht, umgeben von Gletschern und geformten Schneefeldern, mit einer historischen britischen Hütte und einem argentinischen Refugium am Ufer. Zwei stille Zeugen jahrzehntelanger Polargeschichte.
Um halb zehn abends an Land
Gegen 21:30 Uhr erreichten die Zodiacs den Strand. Drei Guides — Lucia, Brenya und Marco — empfingen die Gruppe und zeigten den ausgewiesenen Campbereich.
Dann bekam jeder eine Schaufel. Denn Camping in der Antarktis heißt nicht Zelt aufstellen, sondern eine Liegefläche in den Schnee graben: eine Mulde, windgeschützt, in der Schlafsack und Biwaksack Platz finden. Es schneite leicht und stetig, während die Gruppe arbeitete. Im Logbuch steht, dass Gelächter durch die stille Bucht hallte.
Als das Lager stand, blieb Zeit, sich umzusehen. Der Eintrag beschreibt es schlicht: Man ließ die Stille des antarktischen Abends auf sich wirken.
Die Nacht
Es gibt bei diesem Programm kein Feuer, kein Getränk, keinen Countdown, kein Feuerwerk. Es gibt Schlafsäcke, Schnee und eine Bucht.
Das Logbuch hält fest, wie sich die Gruppe im Lauf der Stunden nach und nach in ihre Schlafsäcke zurückzog. Manche schliefen tief durch die Nacht, andere kaum — „aber alle teilten dieselbe außergewöhnliche Erfahrung, ein neues Jahr an einem der abgelegensten Orte der Erde zu begrüßen."
Um 05:00 Uhr weckten die Guides die Gruppe behutsam. Die Ausrüstung wurde eingepackt und der Landeplatz exakt so wiederhergestellt, wie man ihn vorgefunden hatte — keine Spur der Übernachtung. Kurz darauf kamen die Zodiacs.
Der Morgen des 1. Januar 2026
Das Logbuch beginnt den neuen Tag mit den Wetterdaten: Wind aus West mit zwei Beaufort, ruhige See, bedeckt, Luft- und Wassertemperatur jeweils plus ein Grad. Darunter steht in Großbuchstaben: HAPPY NEW YEAR!
Die Plancius verlegte von der Camping-Abholstelle bei Damoy Point zum Ankerplatz vor Port Lockroy. Rund um das Schiff schwammen Pinguine.
Man sollte sich das Bild vor Augen führen: 57 Menschen, die um fünf Uhr morgens aus dem Schnee steigen, ihre Mulden zuschaufeln und zurück an Bord fahren, während das erste Licht des Jahres 2026 über einer Bucht liegt, in der niemand sonst ist.
Wenn der Wind entscheidet — die Kajakgruppe
Dieselbe Reise liefert nebenbei die schönste Beschreibung dessen, was Expeditionsplanung praktisch bedeutet.
Die Kajakgruppe brach Richtung Orne Island auf. Der Wind hatte anderes vor. Das Logbuch formuliert es so: „In echter Expeditionsmanier machten wir eine Kehrtwende und beschlossen, mit dem Wind zu fahren."
Statt gegen die Böen zu paddeln, ließ sich die Gruppe nach Cuverville Island treiben, navigierte zwischen großen Eisbergen hindurch und fand auf der Innenseite der Insel Schutz. Dort schwammen zahlreiche Pinguine, im flachen Wasser lag eine Krabbenfresserrobbe. Als die Tide fiel, strandeten Eisberge am felsigen Ufer — und die Kajaks fuhren zwischen ihnen hindurch.
Kein Programmpunkt fiel aus. Er wurde nur umgedreht.
Was Sie über Camping wissen sollten
Die Übernachtung an Land ist auf Basecamp-Reisen buchbar, aber begrenzt — an diesem Termin waren 57 Plätze verfügbar. Ob sie stattfindet, entscheidet sich kurzfristig: Wind, Schneelage und die Verfügbarkeit eines geeigneten Platzes müssen zusammenpassen.
Mitgenommen wird das Nötigste. Es gibt keine Sanitäranlagen an Land, kein Essen, keine Wärmequelle. Wer nachts zurück aufs Schiff will, kann das nicht — die Gruppe bleibt bis zur Abholung am Morgen.
Dafür bekommt man etwas, das kein Kabinenfenster bietet: eine Nacht ohne Maschinengeräusch, ohne Lüftungsrauschen, ohne Schritte auf dem Deck. Nur Schnee, der leise fällt.
Silvester in der Antarktis buchen
Die Termine über Weihnachten und Neujahr gehören zu den begehrtesten der Saison und sind oft mehr als ein Jahr im Voraus ausgebucht. Sie liegen mitten im antarktischen Hochsommer: fast durchgehendes Tageslicht, die Pinguinküken schlüpfen, die Temperaturen bewegen sich um den Gefrierpunkt.
Ob Sie dabei im Schnee schlafen, ist Ihre Entscheidung. Die Bucht ist auch vom Schiff aus schön.
Silvester und Camping in der Antarktis – die häufigsten Fragen
Die Angaben stammen aus dem Bordlogbuch der MV Plancius, Reise vom 28. Dezember 2025 bis 8. Januar 2026.
Kann man Silvester in der Antarktis verbringen?
Ja. Die Termine über Weihnachten und Neujahr liegen mitten im antarktischen Hochsommer und gehören zu den begehrtesten der Saison — sie sind oft mehr als ein Jahr im Voraus ausgebucht. Auf dieser Reise campten 57 Gäste in der Silvesternacht an Land in Dorian Bay.
Wie läuft Camping in der Antarktis ab?
Die Gruppe wird abends mit dem Zodiac an Land gebracht — hier gegen 21:30 Uhr — und gräbt sich mit Schaufeln Liegeflächen in den Schnee. Geschlafen wird im Schlafsack mit Biwaksack. Um 05:00 Uhr weckt das Team, das Lager wird abgebaut und der Platz exakt so hinterlassen, wie er vorgefunden wurde.
Gibt es Zelte, Essen oder Toiletten an Land?
Nein. Kein Feuer, kein Essen, keine sanitäre Infrastruktur, keine Wärmequelle. Wer an Land ist, bleibt bis zur Abholung am Morgen — eine Rückfahrt zum Schiff in der Nacht gibt es nicht.
Wie viele Menschen können campen?
Die Plätze sind begrenzt; an diesem Termin waren es 57. Ob die Übernachtung stattfindet, entscheidet sich kurzfristig anhand von Wind, Schneelage und der Verfügbarkeit eines geeigneten Platzes.
Wie kalt ist es im antarktischen Hochsommer?
Um den Gefrierpunkt. Das Logbuch verzeichnet für den 1. Januar 2026 plus ein Grad Luft- und Wassertemperatur bei ruhiger See und leichtem Westwind.
Was passiert, wenn der Wind für Kajakfahrten zu stark ist?
Man dreht die Route um. Auf dieser Reise brach die Kajakgruppe Richtung Orne Island auf, machte wegen des Windes kehrt und ließ sich stattdessen nach Cuverville Island treiben — dort fand sie Schutz auf der Innenseite der Insel, dazu schwimmende Pinguine, eine Krabbenfresserrobbe und gestrandete Eisberge bei fallender Tide.
Was ist Dorian Bay?
Eine kleine Bucht an der Antarktischen Halbinsel, umgeben von Gletschern und Schneefeldern, mit einer historischen britischen Hütte und einem argentinischen Refugium am Ufer. Sie wird unter anderem als Campingplatz genutzt; die Abholung erfolgt bei Damoy Point.
Wo Sie den Jahreswechsel mit uns verbringen können
Weihnachts- und Neujahrstermine sind die ersten, die ausgebucht sind. Wer Camping fest einplant, sollte zusätzlich früh buchen — die Plätze sind pro Abfahrt begrenzt.
- Antarktische Halbinsel – das Revier der Basecamp- und Feiertagsrouten.
- Antarktis – alle Reisen – der Überblick über alle Termine der Saison.
- Südgeorgien – für alle, die den Jahreswechsel mit der großen Runde verbinden wollen.
Welche Route zu Ihnen passt, hängt von Reisezeit, Schiffsgröße und Ihrem Schwerpunkt ab. Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie persönlich.