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Aus den Logbüchern

778 Inseln, die niemand auf der Rechnung hat: die Falklandinseln

26. Juni 2026 · von Leguan Reisen
778 Inseln, die niemand auf der Rechnung hat: die Falklandinseln
© Oceanwide Expeditions

778 Inseln, die niemand auf der Rechnung hat

Wer eine Antarktisreise bucht, denkt an Eis. Die Falklandinseln kommen im Prospekt meist als Vorstufe vor — zwei Tage, bevor es richtig losgeht. Das wird ihnen nicht gerecht.

Das Archipel besteht aus zwei Hauptinseln, Ost- und Westfalkland, und 778 kleineren Inseln. Es liegt rund 400 Meilen vor der südamerikanischen Küste und 850 Meilen nördlich des südlichen Polarkreises. Es ist nicht Antarktis. Es ist subantarktisch — windgepeitschtes Grasland, dramatische Klippen, geschützte Sandbuchten.

Im Januar 2026 legte die MV Plancius dort an. Ihr Logbuch ist auf Deutsch geführt, was in dieser Branche selten ist, und es beschreibt zwei Tage, die viele Gäste im Rückblick zu ihren liebsten zählen.

Eine Expeditionsleiterin, die dort gelebt hat

Auf der Anreise, am Seetag zwischen Ushuaia und den Inseln, hielt Expeditionsleiterin Ali einen Vortrag über die Falklandinseln. Das Logbuch erwähnt beiläufig, warum das mehr war als eine Pflichtübung: Sie hat dort fünfzehn Jahre lang gelebt und kennt das Leben und die Gemeinschaft aus erster Hand.

Das ist der Unterschied zwischen einem Reiseführer und jemandem, der von der Insel erzählt, auf der er einmal zu Hause war. Auf diesen Fahrten sitzt so jemand oft im Vortragsraum, und man merkt es sofort.

New Island: alles auf einmal

Am 21. Januar lag die Plancius vor New Island, am westlichen Ende des Archipels. Zehn Grad Luft, zehn Grad Wasser, teils bewölkt, ruhige See.

Die Insel ist Naturschutzgebiet und gehört dem New Island Conservation Trust, der sich ausschließlich über Spenden finanziert, um Naturschutz und Forschung zu tragen. Die Siedlung besteht aus wenigen Häusern, dazu ein Museum und ein kleiner Laden.

Der Landeplatz ist ein Sandstrand. Von dort führt der Weg bergauf und quer über die Insel — auf die andere Seite, wo eine gemischte Kolonie liegt: Felsenpinguine, Schwarzbrauenalbatrosse und Kaisermöwen, dicht an dicht.

Im Logbuch steht der Satz, der diesen Ort erklärt: „Es war erstaunlich, so viele Vögel auf so kleinem Raum dichtgedrängt zu sehen." Es war laut. Erwachsene Vögel kehrten von der Futtersuche zurück, und man konnte die Interaktionen zwischen und innerhalb der Arten beobachten.

Ein lokaler Führer namens Tim hatte gemeinsam mit dem Expeditionsteam eine Route zu den interessantesten Stellen markiert.

Die Stiefel

Eine kleine Passage im Logbuch verdient Aufmerksamkeit, weil sie zeigt, wie ernst Biosecurity genommen wird. Zurück am Strand mussten alle ihre Stiefel reinigen — und im Logbuch steht dazu: Es war „nicht einfach und dauerte ziemlich lange".

Das ist kein Nebensatz. Auf den Falklandinseln wächst dichtes Tussockgras, das Samen in jede Sohlenrille drückt. Diese Samen dürfen nicht nach Südgeorgien und schon gar nicht in die Antarktis. Jeder Landgang endet deshalb mit Bürste und Desinfektionswanne.

North Harbour und die Delfine

Nach einer kurzen Mittagspause verlegte die Plancius zum North Harbour, einem geschützten Ankerplatz. Schon die Zodiacfahrt dorthin war laut Logbuch spektakulär: Eine Gruppe Peale-Delfine begleitete die Boote.

Diese Delfine kommen fast ausschließlich in den Gewässern um Patagonien und die Falklandinseln vor. Weiter südlich sieht man sie nicht mehr. Wer sie erleben will, muss genau hier sein.

Am Strand lag wieder perfektes Wetter: Sonnenschein, leichter Wind.

Warum die Falklandinseln den Unterschied machen

Die kurze Antarktis-Route lässt sie aus. Sie fährt von Ushuaia über die Drake-Passage direkt zur Halbinsel und zurück — zehn bis elf Tage, konzentriert auf Eis und Pinguine.

Die lange Route nimmt die Falklandinseln und Südgeorgien dazu und braucht dafür rund drei Wochen. Was sie bietet, ist kein „mehr vom Gleichen", sondern etwas grundlegend anderes: drei Ökosysteme statt einem.

Auf den Falklandinseln laufen Sie über grünes Gras zu einer Albatros-Kolonie. In Südgeorgien stehen Sie vor Hunderttausenden Königspinguinen. An der Halbinsel beginnt das Eis. Wer alle drei erlebt, versteht besser, wo die eine Welt aufhört und die nächste anfängt.

Und die Sache mit dem deutschen Logbuch

Dass dieses Bordbuch auf Deutsch geführt wurde, ist kein Zufall. Auf ausgewählten Terminen ist deutschsprachige Begleitung an Bord — mit Übersetzung der Vorträge, deutschsprachigen Zodiac-Gruppen und einem Logbuch in der eigenen Sprache.

Für viele Gäste ist das der Unterschied zwischen „ich habe es verstanden" und „ich habe mitbekommen, dass etwas erklärt wurde". Fragen Sie danach, wenn Sie buchen — diese Termine sind früher ausgebucht als die übrigen.


Von der Leguan-Redaktion

Die Falklandinseln – die häufigsten Fragen

Die Angaben stammen aus dem deutschsprachigen Bordlogbuch der MV Plancius, Reise vom 19. Januar bis 6. Februar 2026.

Wo liegen die Falklandinseln?

Im Südatlantik, rund 400 Meilen vor der südamerikanischen Küste und 850 Meilen nördlich des südlichen Polarkreises. Das Archipel besteht aus den beiden Hauptinseln Ost- und Westfalkland sowie 778 kleineren Inseln.

Gehören die Falklandinseln schon zur Antarktis?

Nein, sie sind subantarktisch: windgepeitschtes Grasland, dramatische Klippen und geschützte Sandbuchten. Kein Eis, aber eine eigene, sehr reiche Tierwelt.

Welche Tiere sieht man auf den Falklandinseln?

Auf New Island eine gemischte Kolonie aus Felsenpinguinen, Schwarzbrauenalbatrossen und Kaisermöwen auf engstem Raum. Im Wasser Peale-Delfine, die fast ausschließlich um Patagonien und die Falklandinseln vorkommen und weiter südlich nicht mehr auftreten.

Was ist New Island?

Eine Insel am westlichen Ende des Archipels, Naturschutzgebiet im Eigentum des New Island Conservation Trust, der sich ausschließlich über Spenden finanziert. Die Siedlung besteht aus wenigen Häusern, dazu gibt es ein Museum und einen kleinen Laden.

Warum muss man nach jedem Landgang die Stiefel reinigen?

Wegen der Samen im dichten Tussockgras. Sie dürfen nicht nach Südgeorgien oder in die Antarktis gelangen. Das Logbuch hält fest, dass die Reinigung „nicht einfach war und ziemlich lange dauerte" — sie gehört zu jedem Landgang.

Wie warm ist es auf den Falklandinseln?

Deutlich milder als weiter südlich. Das Logbuch nennt für den 21. Januar zehn Grad Luft- und zehn Grad Wassertemperatur bei ruhiger See.

Gibt es deutschsprachige Antarktisreisen?

Auf ausgewählten Terminen ja — mit deutschsprachiger Begleitung, Übersetzung der Vorträge, deutschsprachigen Zodiac-Gruppen und einem Bordlogbuch auf Deutsch. Diese Termine sind meist früher ausgebucht als die übrigen.

Lohnt sich die lange Route mit Falklandinseln und Südgeorgien?

Sie dauert rund drei Wochen statt zehn bis elf Tage und verbindet drei verschiedene Ökosysteme: subantarktisches Grasland, die Tierkolonien Südgeorgiens und das Eis der Halbinsel. Wer die Zeit hat, bekommt keine Wiederholung, sondern drei Welten.

Wo Sie die Falklandinseln mit uns erleben können

Die Falklandinseln liegen ausschließlich auf der langen Route über den Südatlantik.

Welche Route zu Ihnen passt, hängt von Reisezeit, Schiffsgröße und Ihrem Schwerpunkt ab. Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie persönlich.

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